Astronautentag

Am 5. Oktober besuchten zwei NASA Astronauten die Rosensteingasse: die Chemikerin Janet Kavandi und der ehemalige Testpilot William McArthur. Einen Erfahrungsbericht aus Sicht der SchülerInnen und viele Photos zu diesem außergewöhnlichen Event gibt es hier zum Weiterlesen.

An Rande des 29. Astronauten- und Kosmonauten-kongresses in Wien sind im Rahmen des "Community Days" am 5. Oktober die beiden Astronauten Janet L. Kavandi, PhD und William ("Bill") S. McArthur Jr. von der NASA (National Aeronautics and Space Administration) in Wien-Hernals "gelandet".

Nach dem Empfang in der HBLVA17 (Höhere Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt für chemische Industrie in der Rosensteingasse) hatten die Mitglieder des 20-köpfigen Organisationskommitees in der gediegenen Lederbibliothek Gelegenheit, die beiden Besucher kennen zu lernen und die ersten Fragen zu stellen - natürlich auf Englisch.

Rasch vereinnahmten Janet L. Kavandi und Bill McArthur mit ihren spannenden Erzählungen ihre Zuhörer. Nur 20 Minuten später ging es schon weiter in den Physiksaal, wo fast 100 weitere SchülerInnen (der fast 1.000 SchülerInnen der Rosensteingasse) warteten, die sich mittels englischem Motivationsschreiben für einen der begehrten Plätze qualifiziert hatten.

In den ersten Minuten noch ein wenig zurückhaltend - schließlich hat man ja nicht jeden Tag Gelegenheit, einen Astronauten zu treffen - rasch aber durch die faszinierenden Details motiviert, entwickelt sich eine spannende Frage-Antwortstunde. Zentrales Thema zu Beginn war die Frage, wie man Astronaut werden kann - angesichts der rund 15.000 Bewerbungen, welche die NASA auf ihre letzte Ausschreibung erhalten hat - verständlich! Janet, die ihren PhD - Chemie an der University of Washington verliehen bekommen hat, schildert, wie breit das Erfahrungsspektrum der Astronauten ist: von Chemie über Geologie, Medizin, Biologie, Astrophysik bis hin zum Airforce Testpilot, wie zum Beispiel Bill McArthur.

Dieser schildert seinen Werdegang so: Als Airforce Testpilot hatte er keine große Hoffnung, dass seine Bewerbung bei der NASA als Astronaut angenommen werden würde. Zwischenzeitlich war er bereits drei Mal im All - wie Janet L. Kavandi. Sein längster Aufenthalt auf der ISS (International Space Station) dauerte sechs Monate. Um das Erzählte noch besser zu veranschaulichen präsentierten die beiden auch ein kurzes Video auf YouTube (Astronauts at a Glance: Janet L. Kavandi).

Auf die Frage des Publikums: "Habt Ihr Euch im Weltraum klein gefühlt?" - antwortete Bill mit einem lachenden "Ja". Er meinte, dass er schon immer gewusst habe, dass menschliche Individuen klein seien, aber erst seitdem er im All bei Tageslicht gesehen habe, wie wenig vom Menschen man von der ISS aus eigentlich sieht, habe er realisiert wie klein ein menschliches Individuum wirklich ist. Als Gesamtheit jedoch sei die Menschheit groß, so nennt er als Beispiel die starke Beleuchtung mancher Städte bei Nacht. Janet stimmte ihm zu und nannte ein weiteres, sehr passendes Beispiel: "Ohne Teleskop sehen wir den Mars nur als Lichtpunkt. Würden wir uns jedoch auf dem Mars befinden, so würde man die Erde ebenso nur als Lichtpunkt sehen."

Während der folgenden detaillierten und kenntnisreichen Antworten auf die vielen Fragen, entstand wohl in nicht wenigen Schülern und Schülerinnen der Wunsch, auch einmal an so einem spannenden Abenteuer teilhaben zu können - getreu dem Motto des Treffens "Born to Explore"!

Die Schülerinnen und Schüler konnten nach Belieben Fragen stellen. Vom Haarewaschen im All bis zu Mikroorganismen und den Wahlen im Weltraum wurde alles beantwortet. Die Astronauten äußerten sich auch zu persönlichen Fragen. (Ja, Brillenträger haben eine Chance im All.) Auf die Frage welchen Vorlieben sie im Weltraum nachgehen, antwortete Kavandi, dass sie besonders gerne an der Decke schläft und dass alltägliche Dinge dort viel leichter zu meistern seien. McArthur zeigte sich begeistert von der Fotografie im All, da es viele großartige Momente festzuhalten gäbe und ein ausgezeichnetes Equipment zur Verfügung stünde.

Eine der wohl beliebtesten Fragen an Astronauten ist, ob ein Leben für den Menschen am Mars möglich sei. Sowohl Janet als auch Bill sind sich einig, dass es möglich sei. Denn an die Schwerelosigkeit im All hätten sich die beiden schon nach kürzester Zeit gewöhnt. Jedoch gäbe es noch immer ein großes Problem mit der Technik, um während der langen Reisezeit - derzeit neun Monate - nicht seine gesamte Beinmuskulatur zu verlieren. Auch wenn unzählige Techniker aus den verschiedensten Bereichen an der Entwicklung von Geräten arbeiten, die dem entgegen wirken, noch ist keine Lösung gefunden.

Auf die Frage, wie lange die Vorbereitung für seinen sechsmonatigen Aufenthalt auf der ISS gedauert haben, scherzte Bill: "Die Vorbereitung dauert viereinhalb Jahre und ich habe mehr als einmal daran gedacht aufzugeben."

Es war eine mehr als einzigartige Gelegenheit, die beiden Astronauten kennenzulernen und sich von ihren faszinierenden Berichten inspirieren zu lassen. Dr. Janet L. Kavandi und William S. McArthur Jr. schafften es, mit ihrem Auftritt Interesse für den Weltraum zu wecken und die Schülerinnen und Schüler der Rosensteingasse zu begeistern. Wer weiß, vielleicht ist ja der nächste Österreicher im All ein Chemiker - oder eine österreichische Chemikerin!

Um Bill frei zu zitieren: "We astronauts are unbelievable optimists. We believe that hard things take a while to get real or to be accomplished - and impossible things just take a bit longer."

 

Text © by Alexandra Waldherr, Sarah Kucinskas und Ruzica Colic, HBLVA17

Fotos © by Niklas Stadler und Anita Dzoja, HBLVA17

 

Weitere Bilder

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