Demokratie hautnah – 1. TGLA Parlament

Die technisch gewerblichen Lehranstalten - eine Gruppierung von fünf Schulen (dem BISOP Baden, der Graphischen, der Rosensteingasse, der Spengergasse und dem TGM) - stellen einen Spezialfall in der österreichischen Schulorganisation dar, da die Schulbehörde erster Instanz das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und nicht - wie bei allen anderen Schulen (außer den 14 LFLAs) - ein Landes- oder Stadtschulrat ist.

Dieser Umstand bringt einige Besonderheiten mit sich, so ist ein direkter Austausch mit dem Ministerium vorteilhaft, um auf die Bedürfnisse der Schulen besser einzugehen. Auch die Umsetzung von Schulversuchen wird dadurch gefördert, wodurch neue Ideen und Ansätze Bildung zu gestalten besser erprobt werden können.

Die SchülerInnenvertreter machten sich diesen Umstand heuer das erste Mal zu Nutze und veranstalteten ein TGLA Parlament, um den Demokratieprozess der Schule eine Ebene weiter hinunter - zu den KlassensprecherInnen - zu bringen. Ihnen wurde die Möglichkeit gegeben, Forderungen und Verbesserungsvorschläge in einem Plenum zu diskutieren und diese in Form von Anträgen abstimmen zu lassen. Bei der Vorbereitung dieser Anträge war es besonders wichtig, dass die Inhalte zu den grob festgelegten Themen von den SchülerInnen bestimmt werden. Diese wurden unter Moderation der SchülerInnenvertreter im Rahmen von Workshops mit den KlassensprecherInnen erarbeitet, besprochen und kritisch diskutiert. Nach Sammlung der Resultate jeder Schule wurden die wichtigsten Ergebnisse, unter Berücksichtigung jeder TGLA, von SchülerInnenvertretern zu Anträgen und Forderungspunkten ausformuliert.

Am 19. Juni war es dann soweit, als sich fast 100 Klassensprecherinnen und Klassensprecher aller technisch gewerblichen Lehranstalten im großen Exner Saal des TGM versammelten, um über Themen wie das Wahlsystem der überschulischen Vertretung, die Gestaltung der Lehrpläne und die Ausstattung der Schulgebäude zu sprechen. Aber auch Verbesserungen in der Beurteilung sowie die eingesetzten Technologien zur Bearbeitung der Matura wurden diskutiert. Im Zuge dessen wurden Forderungspunkte abgeändert, erweitert oder gar gestrichen, um die Anträge schlussendlich demokratisch zur Abstimmung zu bringen. Positiv abgestimmte und somit von einer breiten Masse legitimierte Anträge werden den jeweiligen Adressaten von den SchulsprecherInnen sowie den Sprechern der TGLAs vorgelegt und vor diesen vertreten.

Dieses Event war ein Grundstein für viele dieser Art, mit dem Ziel Verbesserungen zu erarbeiten, Lösungen umzusetzen aber allem voran ein Mitbestimmungsrecht in der Gestaltung der Bildungspolitik zu erlangen.

Die behandelten Anträge werden sobald wie möglich auf der Facebook Seite der technischen und gewerblichen Lehranstalten https://www.facebook.com/tgla.sv/ veröffentlicht.

 

Text © by Dominik Grill